Training der Lese- und der Benennungsgeschwindigkeit

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Die Software zur Förderung der Lesegeschwindigkeit zielt auf die Kernproblematik leseschwacher Kinder, die eine relativ transparente Orthographie erwerben, die Automatisierung der Worterkennung. Das Programm verfolgt das Ziel, die Lesegeschwindigkeit von Schülerinnen und Schülern zu erhöhen, indem das Lesematerial (häufig vorkommende orthographische Muster, Vor- und Nachsilben, Morpheme, Wörter, Sätze und Texte), angepasst an die eingangs erfasste individuelle Lesegeschwindigkeit silben- oder wortweise ausgeblendet wird. Gelingt es dem Schüler bzw. der Schülerin das Übungsmaterial in der aktuellen Lesegeschwindigkeit zu bewältigen, wird die Geschwindigkeit des Ausblendens sukzessive erhöht.

Durch das silben- bzw. wortweise Ausblenden des Lesematerials sollen leseschwache Schülerinnen und Schüler motiviert werden, das buchstabenweise Erlesen von Wörtern (phonologisches Rekodieren) aufzugeben und ihre Aufmerksamkeit auf größere orthographische Einheiten (Silben, Wörter) zu lenken und diese ganzheitlich-simultan zu verarbeiten. Damit unterstützt es leseschwache Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der alphabetischen Strategie des phonologischen Rekodierens hin zu einer orthographischen Lesestrategie.

Die Benennungsgeschwindigkeit („rapid automatized naming“, RAN) gilt orthographieübergreifend als stabilster Prädiktor für die Automatisierung der Worterkennung und damit der Lesegeschwindigkeit. Unter der Benennungsgeschwindigkeit versteht man die Fähigkeit, „eine Abfolge gleichzeitig sichtbarer vertrauter Bilder oder Symbole (z.B. Buchstaben, Zahlen, Farben) möglichst schnell visuell zu verarbeiten und zu identifizieren, die entsprechenden phonologischen Repräsentationen im mentalen Lexikon zu aktivieren […] und das entsprechende Wort (oder den entsprechenden Laut) zu artikulieren“ (Mayer, 2021, S. 99).

Die Entwicklung erfolgte unter der fachlichen Federführung von Prof. Dr. Andreas Mayer, LMU München. Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik (Förderschwerpunkt Sprache und Sprachtherapie). Die Programme können nun kommerziell erworben werden. Mehr Information und zum Download der Programme: LMU München